Vom Schraubstock zum Systemlieferanten

1840

In Voerde, heute zu Ennepetal, macht sich der 24-jährige Peter Schöttler mit der Fabrikation von Schraubstöcken selbständig. Seine Qualität überzeugt die Abnehmer, und schon bald kann er 30 Mitarbeiter beschäftigen.

1874

Nach dem gewonnen Krieg gegen Frankreich erlebt die noch junge Industrie ihren ersten großen Aufschwung. Peter Schöttler erkennt die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für seinen Betrieb und siedelt diesen kurzerhand von Voerde auf ein größeres Grundstück in Wehringhausen, heute zu Hagen, um.

1875

Im heutigen Aalen-Unterkochen, mehr als 400 Kilometer südlich von Hagen gelegen, gründen Carl Rieger und Friedrich Dietz ihre RUD-Kettenfabrik Rieger & Dietz.

Es darf angenommen werden, dass Carl Rieger und Friedrich Dietz in Aalen-Unterkochen sowie Peter Schöttler in Hagen nicht voneinander wussten im Jahre 1875 und auch nicht im geringsten ahnen konnten, dass ihre damals noch jungen Unternehmungen mehr als 130 Jahre und drei Generationen später einmal zusammenfinden sollten.

1890

Fritz und Hugo Schöttler, die Enkel von Peter Schöttler, stellen die ersten Fallhämmer auf und überführen so die Handschmiede zum mechanischen Betrieb. Zwei Jahre später, 1892, stirbt Firmengründer Peter Schöttler im Alter von 76 Jahren.

1904

Die weiterhin gute Absatzentwicklung des nunmehr seit 64 Jahren bestehenden Unternehmens erfordert einen weiteren Ausbau der Fabrikationsanlagen, der im Werk in Hagen-Wehringhausen nicht möglich ist. Fritz und Hugo Schöttler erwerben daher im heutigen Hagen-Haspe ein noch größeres Grundstück und übersiedeln ihr Unternehmen dorthin, wo unsere RUD-SCHÖTTLER Gesenkschmiede bis heute ihren Sitz hat.

1918

Der erste Lasthaken wird geschmiedet und bildet den Auftakt zu der in den folgenden Jahrzehnten entstehenden RUD-SCHÖTTLER Schmiedekompetenz für Anschlagmittel und Hebezeuge.

1929

Am Donnerstag, den 24. Oktober und am Freitag, den 25. Oktober, letzterer soll noch als "schwarzer Freitag" in die Geschichte eingehen - fallen die Börsenkurse in New York ins Bodenlose. Eine Weltwirtschaftskrise ungekannten Ausmaßes nimmt ihren Lauf. Für Gesenkschmieden in Deutschland ist schon das vorherige Jahr ein Krisenjahr gewesen, als wichtige Reichsbahnaufträge ausblieben. In der Folge gingen viele mittelständische Gesenkschmieden in Konkurs oder wurden von Konzernen übernommen. 

Nicht so jedoch die Schöttler-Gesenkschmiede. Fritz und Hugo Schöttler verkaufen in dieser Zeit beinahe ihr gesamtes Privatvermögen und tragen so ganz wesentlich dazu bei, dass der Betrieb mitsamt seinen getreuen Mitarbeitern erhalten bleibt. In den Folgejahren bis hin zu den Jahren des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg zeigt sich noch, wie wertvoll es war, an der bewährten alten Mannschaft auch in der schwierigsten Zeit festgehalten zu haben.

1940

Das 100-jährige Firmenjubiläum wird im Kriegsjahr 1940 nur in einem sehr kleinen, dem Anlass eigentlich unangemessenen Rahmen, gefeiert. Die Transmission der Schmiedehämmer wird vom Antrieb der Dampfmaschine auf einen fortschrittlichen Antrieb mit elektrischem Strom umgestellt.

Die Schöttler-Gesenkschmiede wird inzwischen, nach dem Tod von Fritz Schöttler im Jahre 1938, in vierter Generation von den Schwestern Lotte Schöttler und Olga Kröcker, geb. Schöttler, geführt. In einer Zeit, in der die Führung eines technischen Betriebs durch eine Frau alles andere als selbstverständlich war, bewies die Schöttler-Gesenkschmiede auch in Führungsfragen eine Fortschrittlichkeit, die sich in den folgenden Jahrzehnten noch auszahlten sollte. Mit kaufmännischem Geschick, technischem Verstand sowie unternehmerischem Weitblick und Mut gelingt es den beiden Frauen in bewährter sozialer Partnerschaft mit der Belegschaft, das Unternehmen sicher durch die schweren Kriegsjahre zu steuern und anschließend weiter auszubauen.

Wenngleich die Schöttler-Gesenkschmiede von Kriegszerstörungen weitgehend verschont bleibt, sind die Jahre des zweiten Weltkriegs durch im Krieg gefallene Kollegen und durch das Aussetzen des Exports einschneidend. Erst in der Mitte des Jahres 1949 besserte sich die Auftragslage spürbar, und schon bald darauf zog auch der Export wieder an.

1955

Mit Heinz Kröcker, einem Ururenkel des Gründers Peter Schöttler, tritt die fünfte Generation der Familie Schöttler in den Betrieb ein. In den 1960er und 1970er Jahren wird in moderne Oberdruck-Schmiedehämmer mit Einzelantrieb investiert, die von den beiden noch bestehenden Transmissionssträngen entkoppelt sind.

Die nächste bauliche Erweiterung erfolgt 1972 mit der Errichtung einer neuen Werkshalle für den Gesenkbau, dessen Kapazitäten so an die weiter steigende Schmiedeproduktion angepasst werden.

1979

Die Schöttler-Gesenkschmiede fertigt seit nunmehr 61 Jahren hochwertige Lasthaken für anspruchsvollste Anwendungen. Es erscheint nur folgerichtig, dass die zuständige Berufsgenossenschaft der Schöttler-Gesenkschmiede die Genehmigung erteilt hat, Schöttler-Schmiedeteile von nun an mit dem H 99-Zulassungsstempel für Zubehörteile der Güteklasse 8 für hochfeste Rundstahlketten versehen zu dürfen.

Im Jahre 1980 werden sodann erhebliche Investitionen in die Qualitätssicherung getätigt, um Haken und Anschlagmittel für Seile und Ketten, vor allen Dingen auch die der Güteklasse 8, prüfen zu können.  

1985

In der Metallindustrie wird die tarifliche wöchentliche Arbeitszeit erstmalig reduziert von 40 auf 38,5 Stunden. Die Schöttler-Gesenkschmiede als tarifgebundenes Unternehmen geht diesen Schritt voll mit, und in der bewährten sozialen Partnerschaft von Inhaber und Betriebsgemeinschaft gelingt es durch weitere Optimierungen der Fertigungszeiten, die damit verbundenen Kostenbelastungen gering zu halten.

In den Folgejahren wird weiter stetig investiert, und auch wenn der Schwerpunkt wie in den vergangenen fast 150 Jahren die Schmiede ist, so werden auch die Zerspanung und der Werkzeugbau berücksichtigt und beständig modernisiert. In der Verwaltung hält die EDV Einzug und sorgt so für eine bessere Abwicklung von Lohn- und Finanzbuchhaltung und Verkauf.

2000

Nach dem Tod von Heinz Kröcker geht die Schöttler-Gesenkschmiede auf Spanset, einen führenden Hersteller von Lösungen zur Höhen- und Ladungssicherung, über.

2013

Die Schöttler-Gesenkschmiede in Hagen-Haspe wird volles Mitglied der familiengeführten RUD Gruppe aus Aalen-Unterkochen und darf von nun an den Namen RUD-SCHÖTTLER tragen.

173 bzw. 138 Jahre nach der Gründung kommen die Gesenkschmiede von Peter Schöttler in Hagen-Haspe und die RUD-Kettenfabrik von Carl Rieger und Friedrich Dietz in Aalen-Unterkochen so endgültig zusammen, nachdem schon seit den 1970er-Jahren eine erfolgreiche Partnerschaft in der Herstellung von Schmiedeteilen bestand.

Heute

Heute führen unser geschäftsführender Gesellschafter Jörg Steffen Rieger, Ph.D., Vertreter der fünften Generation der RUD-Gründerfamilie Rieger, unser technischer Geschäftsführer Robert Domsch und unser kaufmännischer Geschäftsführer Christian Dyksik gemeinsam die Geschicke unserer RUD-SCHÖTTLER Gesenkschmiede.

Wir verschreiben uns voll und ganz der Herstellung von Schmiedeteilen nach den individuellen Zeichnungen unserer Kunden aus der Hebezeugindustrie, dem Maschinenbau und anderen anspruchsvollen Industriezweigen. Unsere Erzeugnisse schmieden wir, wie es sich seit über einem Jahrhundert bewährt hat, zu 100 % in unserem Werk in Hagen-Haspe und können so für unsere gleichbleibende hohe Qualität garantieren. RUD-SCHÖTTLER Schmiedeteile stehen heute wie einst und auch in der Zukunft für höchste Qualität, Innovation und Sicherheit.